Archiv der Kategorie: Statistiken

Zahlen sagen manchmal mehr als Worte.

Abwärts seit 1940!

Die FAZ hat eine lange Analyse der Zeitungskrise veröffentlicht. Für Kenner der Materie findet sich hier Vieles was bereits bekannt ist, aber dazwischen auch etwas Überraschendes: eine auf einer Studie der Friedrich Ebert-Stiftung beruhende kleine Grafik (irritierenderweise ohne wirklichen Bezug zum Text) zeigt entlang eines Zeitstrahls wie viele Stunden pro Woche die Mediennutzer in den Konsum der verschiedenen Medientypen (Print, Rundfunk, etc.) investieren. Das Ergebnis – mit knapp zehn Stunden Nutzungsdauer pro Woche erreichten die Tageszeitungen ihren Höhepunkt um 1940. Seitdem, also seit über 70 Jahren, sinkt dieser Wert ununterbrochen. Erklärbar ist diese Entwicklung durch die Wandlung des Fernsehens zum Massenmedium seit den 40er und 50er Jahren, sie zeigt aber auch einmal mehr auf, dass die Probleme der Zeitungsbranche wesentlich tiefgreifender sind als die meisten Verleger es eingestehen möchten.

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Leseempfehlung: Höchstwert bei der Pressekonzentration

Noch nie war die Konzentration auf dem deutschen Zeitungsmarkt so hoch wie heute, berichtet der Medienforscher Horst Röper in den aktuellen Media Perspektiven. Die zehn größten Verlagshäuser machen mittlerweile 60 Prozent der Gesamtauflage unter sich aus. Die Folge (und/oder Ursache) dieser Konzentration sind Einsparungen und Zusammenlegungen im Bereich der Redaktionen – etwa 2000 von zwischenzeitlich 15.000 Redakteursstellen sind in den letzten 15 Jahren gestrichen worden.

Zu dem vollständigen Bericht (PDF) geht es hier.

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Weniger als 100 Vollredaktionen

Manche Zahlen sprechen für sich. Wie das Blog des Lehrbuchs Journalistik meldet, dürfte die Zusammenlegung der Madsack-Redaktionen dafür sorgen, dass die Zahl der Vollredaktionen in Deutschland erstmals nicht mehr dreistellig ist.

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Leseempfehlung: Über Fehldiagnosen

Die Anzahl der Debatten, Expertenmeinungen und „Expertenmeinungen“ zum Thema Zeitungssterben nimmt mittlerweile inflationäre Formen an. Besonders ärgerlich: die meisten Beiträge sind entweder einseitig oder polemisch (oder beides). Angenehm sticht im Moment Michael Haller heraus, der Direktor des Instituts für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung in Leipzig. Auf Spiegel Online bringt er etwas hochgradig Seltenes in die Diskussion ein – Zahlen und Fakten. Unter anderem stellt er etwas klar was auch schon hier im Blog stand: Es liegt nicht am Internet.

Zu seinem Beitrag geht es hier.

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Die größte Entlassungswelle seit dem Krieg

Manche Zahlen sprechen für sich: noch nie seit dem Krieg wurde in Zeitungen so viel Personal abgebaut wie 2012, meldet die FAZ. Und auch für die Zukunft sieht es düster aus – neue Jobs entstehen kaum noch.

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Es liegt nicht am Internet

Zunächst Danke für die Hinweise – das kommende Zeitungssterben in Frankfurt, Hamburg und Rheine ist auf dem Plan und wird hier verkündet werden wenn die jeweils letzten Ausgaben erscheinen.

Bis dahin eine bemerkenswerte Statistik, die auch von Spiegel Online zitiert wird: anders als häufig behauptet brechen die Auflagen der deutschen Zeitungen keineswegs erst seit der Wandlung des Internets zu einem Massenmedium (etwa seit der Jahrtausendwende) ein, sondern schon viel länger.

  • 1991 – 27.300.000 Exemplare
  • 1993 – 25.400.000 Exemplare
  • 1995 – 25.000.000 Exemplare
  • 1997 – 24.600.000 Exemplare
  • 2001 – 23.700.000 Exemplare
  • 2003 – 22.600.000 Exemplare
  • 2005 – 21.700.000 Exemplare
  • 2007 – 20.800.000 Exemplare
  • 2009 – 19.900.000 Exemplare
  • 2011 – 18.800.000 Exemplare
  • 2012 – 18.400.000 Exemplare

Man erkennt eine langfristige Tendenz.

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Minus 50%!

Eine beunruhigende Prognose: im einem Beitrag für das Nieman Journalism Lab zum Thema Newsonomics zitiert der Medienberater Ken Doctor unter anderem die Erwartungen des ehemaligen Axel Springer-Vorstandes Waller für das Jahr 2020:

  • Print circulation revenue will drop by 50 percent;
  • Classifieds revenue will drop by 90 percent;
  • Display revenue will drop by 30 percent;
  • With online ad revenue, growing at a compounded maximum 11 percent rate, there will be “no way to close the revenue gap with online advertising.”

Wohlgemerkt: das sind nicht die Voraussagen eines Medienkritikers sondern die eines Verlagsmanagers.

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