Abwärts seit 1940!

Die FAZ hat eine lange Analyse der Zeitungskrise veröffentlicht. Für Kenner der Materie findet sich hier Vieles was bereits bekannt ist, aber dazwischen auch etwas Überraschendes: eine auf einer Studie der Friedrich Ebert-Stiftung beruhende kleine Grafik (irritierenderweise ohne wirklichen Bezug zum Text) zeigt entlang eines Zeitstrahls wie viele Stunden pro Woche die Mediennutzer in den Konsum der verschiedenen Medientypen (Print, Rundfunk, etc.) investieren. Das Ergebnis – mit knapp zehn Stunden Nutzungsdauer pro Woche erreichten die Tageszeitungen ihren Höhepunkt um 1940. Seitdem, also seit über 70 Jahren, sinkt dieser Wert ununterbrochen. Erklärbar ist diese Entwicklung durch die Wandlung des Fernsehens zum Massenmedium seit den 40er und 50er Jahren, sie zeigt aber auch einmal mehr auf, dass die Probleme der Zeitungsbranche wesentlich tiefgreifender sind als die meisten Verleger es eingestehen möchten.

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Die Salzburger Volkszeitung ist insolvent

Nachdem bereits seit Wochen keine Ausgaben mehr gedruckt werden ist es jetzt offiziell: Österreichs kleinste Zeitung ist insolvent und wird nicht mehr weitergeführt. Ausführliche Hintergrundinformationen dazu gibt es beim ORF.

R.I.P., Salzburger Volkszeitung

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Die Ruhr Nachrichten schliessen die Ausgaben in Bochum und Witten

Wie Meedia berichtet geht die Flurbereinigung im Ruhrgebiet weiter: die Ruhr Nachrichten aus dem Medienhaus Lensing schliessen die Redaktionen in Bochum und Witten, wo die Regionalzeitungen der Funke-Gruppe zukünftig ein Monopol haben werden. Zusätzlich soll die Münstersche Zeitung an den lokalen Wettbewerber verkauft werden. Sollte das im Rahmen einer Sanierungsfusion vom Kartellamt genehmigt werden ist auch dort von einem Redaktionsabbau auszugehen.

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Das Verbreitungsgebiet der Allgemeinen Zeitung schrumpft

Newsroom berichtet, dass die Allgemeine Zeitung aus Mainz zwei Lokalredaktionen schließt. Aus Kirn und Bad Sobernheim wird es zukünftig keine Berichterstattung mehr geben. Diese Nachricht ergibt einen weiteren Sinn wenn man Folgendes bedenkt: Kirn und Bad Sobernheim sind auch zukünftig nicht ohne Lokalberichterstattung, da die Rhein-Zeitung, der bisherige Konkurrent der Allemeinen Zeitung, weiter von dort berichten wird. Und eben diese Rhein-Zeitung hat sich im Dezember aus Mainz, dem Kerngebiet der Allgemeinen Zeitung, verabschiedet. Mit anderen Worten: Die Verlagsgruppe Rhein Main und der Mittelrhein-Verlag begradigen zur Zeit die Grenze ihrer Verbreitungsgebiete.

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Aus für den Vlothoer Anzeiger

“Keine wirtschaftliche Perspektive” heisst es in einer Meldung des Verlag J.C.C. Bruns, in der das Aus für den Vlothoer Anzeiger verkündet wird. Nachdem dieser in den letzten seiner 108 Jahre nacheinander als Wochenzeitung, Tageszeitung und Gratisblatt vertrieben wurde sind die Optionen wohl aufgebraucht.

R.I.P., Vlothoer Anzeiger

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Delmenhorster Kreisblatt wird zur Lokalausgabe der Neuen Osnabrücker Zeitung

Nach 182 Jahren ist es vorbei. Wie die Konkurrenz von der Nordwest-Zeitung berichtet wird das Delmenhorster Kreisblatt, eine der ältesten Zeitungen Deutschlands, von der Neuen Osnabrücker Zeitung übernommen. Der neue Besitzer liefert in Zukunft auch den Mantel, so dass die entsprechende Redaktion in Delmenhorst abgebaut werden kann. Vor Ort verbleibt damit nur das Lokale.

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Leseempfehlung: Höchstwert bei der Pressekonzentration

Noch nie war die Konzentration auf dem deutschen Zeitungsmarkt so hoch wie heute, berichtet der Medienforscher Horst Röper in den aktuellen Media Perspektiven. Die zehn größten Verlagshäuser machen mittlerweile 60 Prozent der Gesamtauflage unter sich aus. Die Folge (und/oder Ursache) dieser Konzentration sind Einsparungen und Zusammenlegungen im Bereich der Redaktionen – etwa 2000 von zwischenzeitlich 15.000 Redakteursstellen sind in den letzten 15 Jahren gestrichen worden.

Zu dem vollständigen Bericht (PDF) geht es hier.

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